Gefahrgut-Klasse 5 - Unterteilung in zwei Klassen
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© 2003 - 2017 Bernd Kesten • Gefahrgutbeauftragter für Straßen- und Luftverkehr  •  Letzte Aktualisierung: August 2017  Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI und IATA DGR sowie die nationalen Bestimmungen und Gesetze.
*Gefahrgut-Klasse 5.1 – Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe hingehen *Gefahrgut-Klasse 5.2 – Organische Peroxide hingehen * im Luftverkehr heißt es hier jeweils Unterklasse

Gefahrgut-Klasse 5.1 - Entzündend (oxidierend) wirkende Stoffe

2.2.51.1.1 Begriffsbestimmung Der   Begriff   der   Klasse   5.1   umfasst   Stoffe,   die   obwohl   selbst   nicht   notwendigerweise   brennbar,   im Allgemeinen   durch Abgabe   von   Sauerstoff   einen   Brand   verursachen   oder   einen   Brand   anderer   Stoffe   unterstützen   können,   sowie Gegenstände, die solche Stoffe enthalten. 2.2.51.2.1 Chemisch instabile Stoffe Die    chemisch    instabilen    Stoffe    der    Klasse    5.1    sind    zur    Beförderung    nur    zugelassen,    wenn    die    erforderlichen Maßnahmen     zur     Verhinderung     jeglicher     gefährlichen     Zerfalls-     oder     Polymerisationsreaktion     während     der Beförderung   getroffen   wurden.   Zu   diesem   Zweck   muss   insbesondere   dafür   gesorgt   werden,   dass   die   Gefäße   und Tanks keine Stoffe enthalten, die diese Reaktionen begünstigen können. Sauerstoff     ist     aus     verschiedenen     Gründen     ein gefährlicher     Stoff,     obwohl     wir     ihn     zum     Atmen brauchen. Eisen   z.B.   rostet   an   der   Luft,   weil   eine   chemische Reaktion    mit    Sauerstoff    entsteht.    Je    reiner    die Sauerstoffkonzentration   ist,   umso   stärker   sind   diese Reaktionen,   die   man   auch   Oxidationen   nennt,   bei denen      Wärme      entsteht.      So      kann      es      zu Selbstentzündungen    kommen,    je    nach    Stoff,    mit dem der Sauerstoff reagiert. Tatsächlich   können   Stoffe   auf   einmal   anfangen   zu brennen,    von    denen    wir    wissen,    dass    sie    bei normaler    Sauerstoffkonzentration    (21%    in    unserer Atemluft)     nicht     oder     zumindest     nicht     so     ohne weiteres   brennen   können,   denken   Sie   dabei   mal   an Kunststoff.     Bei     hohen     Sauerstoffkonzentrationen fackelt Kunststoff regelrecht ab. Aber Sauerstoff hat noch eine andere, weit unterschätzte Eigenschaft. Er unterstützt andere Stoffe in ihrem Gefahrenpotential. Zum   Beispiel   Benzin:   Wir   alle   wissen,   dass   Benzin   leicht   brennt.   Stellen   Sie   sich   ein   Lager   vor,   in   dem   ein   paar   Kanistern   Benzin   brennen. Sauerstoff   ist   in   unmittelbarer   Nähe   gelagert   und   wird   freigesetzt.   Da   kann   die   Feuerwehr   lange   versuchen,   den   Brand   zu   löschen,   wenn   immer wieder frischer und vor allem reiner Sauerstoff hinzukommt. Brände   mit   hohem   Sauerstoffgehalt   brennen   viel   heißer   als   andere.   Ein   Streichholz   z.B.   brennt   mit   ungefähr   800°C.   Fügt   man   reinen   Sauerstoff hinzu, kann diese Temperatur leicht auf 1100°C und höher steigen. 2.2.51.2.2 Diverse Stoffe Folgende Stoffe und Gemische sind zur Beförderung nicht zugelassen: Entzündend   (oxidierend)   wirkende   feste   Stoffe,   selbsterhitzungsfähig,   die   der   UN-Nummer   3100,   entzündend   (oxidierend)   wirkende   feste Stoffe,   mit   Wasser   reagierend,   die   der   UN-Nummer   3121,   und   entzündend   (oxidierend)   wirkende   feste   Stoffe,   entzündbar,   die   der   UN- Nummer 3137 zugeordnet sind, es sei denn, sie entsprechen den Vorschriften der Klasse 1 (siehe Unterabschnitt 2.1.3.7);   nicht    stabilisiertes    Wasserstoffperoxid    oder    nicht    stabilisierte    wässerige    Lösungen    von    Wasserstoffperoxid    mit    mehr    als    60 % Wasserstoffperoxid;   Tetranitromethan, nicht frei von brennbaren Verunreinigungen;   Lösungen   von   Perchlorsäure   mit   mehr   als   72   Masse-%   Säure   oder   Gemische   von   Perchlorsäure   mit   irgendeinem   flüssigen   Stoff   außer Wasser;   Lösung von Chlorsäure mit mehr als 10 % Chlorsäure oder Gemische von Chlorsäure mit irgendeinem flüssigen Stoff außer Wasser;   andere     halogenierte     Fluorverbindungen     als     UN 1745     BROMPENTAFLUORID,     UN 1746     BROMTRIFLUORID     und     UN 2495 IODPENTAFLUORID der Klasse 5.1 sowie UN 1749 CHLORTRIFLUORID und UN 2548 CHLORPENTAFLUORID der Klasse 2;   Ammoniumchlorat und seine wässerigen Lösungen sowie Gemische von Chlorat mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumchlorit und seine wässerigen Lösungen sowie Gemische eines Chlorits mit einem Ammoniumsalz;   Hypochloritgemische mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumbromat und seine wässerigen Lösungen sowie Gemische eines Bromats mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumpermanganat und seine wässerigen Lösungen sowie Gemische eines Permanganats mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumnitrat    mit    mehr    als    0,2 %    brennbaren    Stoffen    (einschließlich    aller    organischen    Stoffe    als    Kohlenstoff-Äquivalent), ausgenommen als Bestandteil eines Stoffes oder Gegenstandes der Klasse 1;   Düngemittel   mit   Gehalten   an   Ammoniumnitrat   (bei   der   Bestimmung   des   Ammoniumnitratgehaltes   müssen   alle   Nitrat-Ionen,   für   die   im Gemisch   ein   Äquivalent   von   Ammonium-Ionen   vorhanden   ist,   als   Ammoniumnitrat   gerechnet   werden)   oder   brennbaren   Stoffen   über   den in der Sondervorschrift 307 angegebenen Werten, ausgenommen unter den Bedingungen der Klasse 1;   Ammoniumnitrit und seine wässerigen Lösungen sowie Gemische von einem anorganischen Nitrit mit einem Ammoniumsalz;   Gemische von Kaliumnitrat und Natriumnitrit mit einem Ammoniumsalz.

Gefahrgut-Klasse 5.2 - Organische Peroxide

2.2.52.1.1 Zugeordnete Stoffe Der Begriff der Klasse 5.2 umfasst organische Peroxide und Zubereitungen organischer Peroxide. 2.2.52.1.2 Unterteilung nach Temperaturempfindlichkeit Die Stoffe der Klasse 5.2 sind wie folgt unterteilt: P1 - organische Peroxide, für die keine Temperaturkontrolle erforderlich ist   P2 - organische Peroxide, für die eine Temperaturkontrolle erforderlich ist. Der Gefahrzettel dieser Klasse ist dem der Klasse 5.1 sehr ähnlich, weil die Eigenschaften ähnlich sind. Jedoch haben wir hier die zusätzliche Gefahr der chemischen Selbstzersetzung. Das folgende Video zeigt sehr gut, warum manche Stoffe dieser Klasse nur temperaturkontrolliert transportiert und gelagert werden dürfen. Was ist passiert? Man hat die Kanister einfach draußen abgestellt - sonst nichts - und die Flüssigkeit der Umgebungstemperatur überlassen. Die Außentemperatur hat die sogenannte Notfalltemperatur erreicht oder überschritten, woraufhin eine chemische Selbstzersetzung eingetreten ist. Dies führte zur einer erheblichen Erhitzung und schließlich zur Selbstentzündung. Achtung! Bei manchen Stoffen dieser Klasse kann die chemische Selbstzersetzung sogar explosionsartig geschehen! 2.2.52.1.3 Begriffsbestimmung Organische   Peroxide   sind   organische   Stoffe,   die   das bivalente    -O-O-Strukturelement    enthalten    und    die als   Derivate   des   Wasserstoffperoxids,   in   welchem ein   Wasserstoffatom   oder   beide   Wasserstoffatome durch   organische   Radikale   ersetzt   sind,   angesehen werden können. 2.2.52.1.4 Eigenschaften Organische   Peroxide   können   sich   bei   normalen   oder erhöhten    Temperaturen    exotherm    zersetzen.    Die Zersetzung     kann     durch     Wärme,     Kontakt     mit Verunreinigungen                   (z. B.                   Säuren, Schwermetallverbindungen,    Amine),    Reibung    oder Stoß                ausgelöst                werden.                Die Zersetzungsgeschwindigkeit        nimmt        mit        der Temperatur      zu      und      ist      abhängig      von      der Zusammensetzung   des   organischen   Peroxids.   Bei der     Zersetzung     können     sich     schädliche     oder entzündliche    Gase    oder    Dämpfe    entwickeln.    Für bestimmte        organische        Peroxide        ist        eine Temperaturkontrolle    während    der    Beförderung    erforderlich.    Bestimmte    organische    Peroxide    können    sich    vor    allem    unter    Einschluss explosionsartig   zersetzen.   Diese   Eigenschaft   kann   durch   Hinzufügen   von   Verdünnungsmitteln   oder   die   Verwendung   geeigneter   Verpackungen verändert   werden.   Viele   organische   Peroxide   brennen   heftig.   Es   ist   zu   vermeiden,   dass   organische   Peroxide   mit   den   Augen   in   Berührung kommen. Schon nach sehr kurzer Berührung verursachen bestimmte organische Peroxide ernste Hornhautschäden oder Hautverätzungen. Bem. Prüfverfahren   zur   Bestimmung   der   Entzündbarkeit   organischer   Peroxide   sind   im   Handbuch   Prüfungen   und   Kriterien   Teil   III   Abschnitt   32.4 enthalten.   Da   organische   Peroxide   bei   Erwärmung   heftig   reagieren   können,   wird   empfohlen,   für   die   Bestimmung   ihres   Flammpunktes   kleine Probengrößen, wie in ISO-Norm 3679:1983 beschrieben, zu verwenden.
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Beispiele Wasserstoff- peroxyd Chlorate, Perchlorate Permanganate Persulfate Ammoniumnitrat, flüssig Nitrate
Beispiele Organische Peroxide der Typen A bis G, sowohl flüssig als auch fest
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Gefahrgut-Klasse 5 - Unterteilung in zwei Klassen
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© 2003-2017 Bernd Kesten • Gefahrgutbeauftragter für Straßen- und Luftverkehre Letzte Aktualisierung: August 2017 Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI und IATA DGR sowie die nationalen Bestimmungen und Gesetze.
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Gefahrgut-Klasse 5.1 - Entzündend (oxidierend) wirkende

Stoffe

2.2.51.1.1 Begriffsbestimmung Der    Begriff    der    Klasse    5.1    umfasst    Stoffe,    die    obwohl    selbst    nicht notwendigerweise     brennbar,     im     Allgemeinen     durch     Abgabe     von Sauerstoff   einen   Brand   verursachen   oder   einen   Brand   anderer   Stoffe unterstützen können, sowie Gegenstände, die solche Stoffe enthalten. 2.2.51.2.1 Chemisch instabile Stoffe Die   chemisch   instabilen   Stoffe   der   Klasse   5.1   sind   zur   Beförderung   nur zugelassen,    wenn    die    erforderlichen    Maßnahmen    zur    Verhinderung jeglicher   gefährlichen   Zerfalls-   oder   Polymerisationsreaktion   während   der Beförderung   getroffen   wurden.   Zu   diesem   Zweck   muss   insbesondere dafür    gesorgt    werden,    dass    die    Gefäße    und    Tanks    keine    Stoffe enthalten, die diese Reaktionen begünstigen können. Sauerstoff   ist   aus   verschiedenen   Gründen   ein   gefährlicher   Stoff,   obwohl wir ihn zum Atmen brauchen. Eisen    z.B.    rostet    an    der    Luft,    weil    eine    chemische    Reaktion    mit Sauerstoff    entsteht.    Je    reiner    die    Sauerstoffkonzentration    ist,    umso stärker   sind   diese   Reaktionen,   die   man   auch   Oxidationen   nennt,   bei denen   Wärme   entsteht.   So   kann   es   zu   Selbstentzündungen   kommen,   je nach Stoff, mit dem der Sauerstoff reagiert. Tatsächlich   können   Stoffe   auf   einmal   anfangen   zu   brennen,   von   denen wir    wissen,    dass    sie    bei    normaler    Sauerstoffkonzentration    (21%    in unserer   Atemluft)   nicht   oder   zumindest   nicht   so   ohne   weiteres   brennen können,      denken      Sie      dabei      mal      an      Kunststoff.      Bei      hohen Sauerstoffkonzentrationen fackelt Kunststoff regelrecht ab. Aber   Sauerstoff   hat   noch   eine   andere,   weit   unterschätzte   Eigenschaft.   Er unterstützt andere Stoffe in ihrem Gefahrenpotential. Zum   Beispiel   Benzin:   Wir   alle   wissen,   dass   Benzin   leicht   brennt.   Stellen Sie    sich    ein    Lager    vor,    in    dem    ein    paar    Kanistern    Benzin    brennen. Sauerstoff   ist   in   unmittelbarer   Nähe   gelagert   und   wird   freigesetzt.   Da kann    die    Feuerwehr    lange    versuchen,    den    Brand    zu    löschen,    wenn immer wieder frischer und vor allem reiner Sauerstoff hinzukommt. Brände   mit   hohem   Sauerstoffgehalt   brennen   viel   heißer   als   andere.   Ein Streichholz   z.B.   brennt   mit   ungefähr   800°C.   Fügt   man   reinen   Sauerstoff hinzu, kann diese Temperatur leicht auf 1100°C und höher steigen. 2.2.51.2.2 Diverse Stoffe Folgende Stoffe und Gemische sind zur Beförderung nicht zugelassen: Entzündend          (oxidierend)          wirkende          feste          Stoffe, selbsterhitzungsfähig,    die    der    UN-Nummer    3100,    entzündend (oxidierend)   wirkende   feste   Stoffe,   mit   Wasser   reagierend,   die   der UN-Nummer   3121,   und   entzündend   (oxidierend)   wirkende   feste Stoffe,   entzündbar,   die   der   UN-Nummer   3137   zugeordnet   sind,   es sei   denn,   sie   entsprechen   den   Vorschriften   der   Klasse 1   (siehe Unterabschnitt 2.1.3.7);   nicht     stabilisiertes     Wasserstoffperoxid     oder     nicht     stabilisierte wässerige   Lösungen   von   Wasserstoffperoxid   mit   mehr   als   60 % Wasserstoffperoxid;   Tetranitromethan, nicht frei von brennbaren Verunreinigungen;   Lösungen   von   Perchlorsäure   mit   mehr   als   72   Masse-%   Säure   oder Gemische    von    Perchlorsäure    mit    irgendeinem    flüssigen    Stoff außer Wasser;   Lösung    von    Chlorsäure    mit    mehr    als    10 %    Chlorsäure    oder Gemische   von   Chlorsäure   mit   irgendeinem   flüssigen   Stoff   außer Wasser;   andere        halogenierte        Fluorverbindungen        als        UN 1745 BROMPENTAFLUORID,      UN 1746      BROMTRIFLUORID      und UN 2495    IODPENTAFLUORID    der    Klasse    5.1    sowie    UN 1749 CHLORTRIFLUORID   und   UN 2548   CHLORPENTAFLUORID   der Klasse 2;   Ammoniumchlorat     und     seine     wässerigen     Lösungen     sowie Gemische von Chlorat mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumchlorit      und      seine      wässerigen      Lösungen      sowie Gemische eines Chlorits mit einem Ammoniumsalz;   Hypochloritgemische mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumbromat     und     seine     wässerigen     Lösungen     sowie Gemische eines Bromats mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumpermanganat   und   seine   wässerigen   Lösungen   sowie Gemische eines Permanganats mit einem Ammoniumsalz;   Ammoniumnitrat     mit     mehr     als     0,2 %     brennbaren     Stoffen (einschließlich   aller   organischen   Stoffe   als   Kohlenstoff-Äquivalent), ausgenommen   als   Bestandteil   eines   Stoffes   oder   Gegenstandes der Klasse 1;   Düngemittel      mit      Gehalten      an      Ammoniumnitrat      (bei      der Bestimmung    des    Ammoniumnitratgehaltes    müssen    alle    Nitrat- Ionen,   für   die   im   Gemisch   ein   Äquivalent   von   Ammonium-Ionen vorhanden     ist,     als    Ammoniumnitrat     gerechnet     werden)     oder brennbaren     Stoffen     über     den     in     der     Sondervorschrift     307 angegebenen   Werten,   ausgenommen   unter   den   Bedingungen   der Klasse 1;   Ammoniumnitrit   und   seine   wässerigen   Lösungen   sowie   Gemische von einem anorganischen Nitrit mit einem Ammoniumsalz;   Gemische      von      Kaliumnitrat      und      Natriumnitrit      mit      einem Ammoniumsalz.

Gefahrgut-Klasse 5.2 - Organische Peroxide

2.2.52.1.1 Zugeordnete Stoffe Der Begriff der Klasse 5.2 umfasst organische Peroxide und Zubereitungen organischer Peroxide. 2.2.52.1.2 Unterteilung nach Temperaturempfindlichkeit Die Stoffe der Klasse 5.2 sind wie folgt unterteilt: P1 - organische Peroxide, für die keine Temperaturkontrolle erforderlich ist   P2 - organische Peroxide, für die eine Temperaturkontrolle erforderlich ist. Der Gefahrzettel dieser Klasse ist dem der Klasse 5.1 sehr ähnlich, weil die Eigenschaften ähnlich sind. Jedoch haben wir hier die zusätzliche Gefahr der chemischen Selbstzersetzung. Das folgende Video zeigt sehr gut, warum manche Stoffe dieser Klasse nur temperaturkontrolliert transportiert und gelagert werden dürfen. Was ist passiert? Man hat die Kanister einfach draußen abgestellt - sonst nichts - und die Flüssigkeit der Umgebungstemperatur überlassen. Die Außentemperatur hat die sogenannte Notfalltemperatur erreicht oder überschritten, woraufhin eine chemische Selbstzersetzung eingetreten ist. Dies führte zur einer erheblichen Erhitzung und schließlich zur Selbstentzündung. Achtung! Bei manchen Stoffen dieser Klasse kann die chemische Selbstzersetzung sogar explosionsartig geschehen! 2.2.52.1.3 Begriffsbestimmung Organische   Peroxide   sind   organische   Stoffe,   die   das   bivalente   -O-O- Strukturelement   enthalten   und   die   als   Derivate   des   Wasserstoffperoxids, in    welchem    ein    Wasserstoffatom    oder    beide    Wasserstoffatome    durch organische Radikale ersetzt sind, angesehen werden können. 2.2.52.1.4 Eigenschaften Organische     Peroxide     können     sich     bei     normalen     oder     erhöhten Temperaturen   exotherm   zersetzen.   Die   Zersetzung   kann   durch   Wärme, Kontakt   mit   Verunreinigungen   (z. B.   Säuren,   Schwermetallverbindungen, Amine),         Reibung         oder         Stoß         ausgelöst         werden.         Die Zersetzungsgeschwindigkeit    nimmt    mit    der    Temperatur    zu    und    ist abhängig   von   der   Zusammensetzung   des   organischen   Peroxids.   Bei   der Zersetzung    können    sich    schädliche    oder    entzündliche    Gase    oder Dämpfe     entwickeln.     Für     bestimmte     organische     Peroxide     ist     eine Temperaturkontrolle   während   der   Beförderung   erforderlich.   Bestimmte organische     Peroxide     können     sich     vor     allem     unter     Einschluss explosionsartig   zersetzen.   Diese   Eigenschaft   kann   durch   Hinzufügen   von Verdünnungsmitteln    oder    die    Verwendung    geeigneter    Verpackungen verändert   werden.   Viele   organische   Peroxide   brennen   heftig.   Es   ist   zu vermeiden,    dass    organische    Peroxide    mit    den    Augen    in    Berührung kommen.   Schon   nach   sehr   kurzer   Berührung   verursachen   bestimmte organische Peroxide ernste Hornhautschäden oder Hautverätzungen. Bem. Prüfverfahren   zur   Bestimmung   der   Entzündbarkeit   organischer   Peroxide sind    im    Handbuch    Prüfungen    und    Kriterien    Teil    III    Abschnitt    32.4 enthalten.    Da    organische    Peroxide    bei    Erwärmung    heftig    reagieren können,   wird   empfohlen,   für   die   Bestimmung   ihres   Flammpunktes   kleine Probengrößen, wie in ISO-Norm 3679:1983 beschrieben, zu verwenden.
Übersicht Gefahrgutklasse 5.1 Übersicht Gefahrgutklasse 5.2
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