Gefahrgut-Klasse 4 - Unterteilung in drei Klassen bzw. Unterklassen
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© 2003 - 2017 Bernd Kesten • Gefahrgutbeauftragter für Straßen- und Luftverkehr  •  Letzte Aktualisierung: August 2017  Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI und IATA DGR sowie die nationalen Bestimmungen und Gesetze.
*Gefahrgut-Klasse 4.1 – Entzündbare feste Stoffe,      selbstzersetzliche Stoffe,    polymerisierende Stoffe    und desensibilisierte explosive    feste Stoffe    hingehen     *Gefahrgut-Klasse 4.2 – Selbstentzündliche Stoffe    hingehen *Gefahrgut-Klasse 4.3 – Stoffe, die in Berührung mit Wasser    entzündbare Gase entwickeln    hingehen * im Luftverkehr heißt es hier jeweils Unterklasse

Gefahrgut-Klasse 4.1 - Entzündbare feste Stoffe

                   

   - Selbstzersetzliche Stoffe

   - Polymerisierende Stoffe

                   

   - Desensibilisierte explosive

     feste Stoffe

2.2.41.1.1 ADR - Zugeordnete Güter Der     Begriff     der     Klasse     4.1     umfasst     entzündbare     Stoffe     und Gegenstände,   desensilibisierte   explosive   Stoffe,   die   gemäß   Absatz   a) der Begriffsbestimmungen für "fest" in Abschnitt 1.2.1 ADR feste Stoffe sind, sowie selbstzersetzliche feste oder flüssige Stoffe. Der Klasse 4.1 sind zugeordnet: leicht brennbare feste Stoffe und Gegenstände (siehe Absätze2.2.41.1.3 bis 2.2.41.1.8 ADR) selbstzersetzliche feste oder flüssige Stoffe (siehe Absätze 2.2.41.1.9 bis 2.2.41.1.17 ADR) desensibilisierte explosive feste Stoffe (siehe Absatz 2.2.41.1.18 ADR) mit selbstzersetzlichen Stoffen verwandte Stoffe (siehe Absatz 2.2.41.1.19 ADR)

Entzündbare feste Stoffe

Begriffsbestimmungen entzündbare feste Stoffe Entzündbare feste Stoffe sind leicht brennbare feste Stoffe und feste Stoffe, die durch Reibung in Brand geraten können. Leicht   brennbare   feste   Stoffe   sind   pulverförmige,   körnige   oder   pastöse   Stoffe,   die   gefährlich   sind,   wenn   sie   durch   einen   kurzen   Kontakt   mit   einer Zündquelle   wie   einem   brennenden   Zündholz   leicht   entzündet   werden   können   und   sich   die   Flammen   schnell   ausbreiten.   Die   Gefahr   kann   dabei nicht   nur   vom   Feuer,   sondern   auch   von   giftigen   Verbrennungsprodukten   ausgehen.   Metallpulver   sind   wegen   der   Schwierigkeit   beim   Löschen eines Feuers besonders gefährlich, da normale Löschmittel wie Kohlendioxid oder Wasser die Gefahr vergrößern können.

Selbstzersetzliche Stoffe

Begriffsbestimmungen selbstzersetzliche Stoffe Für   Zwecke   des   ADR   sind   selbstzersetzliche   Stoffe   thermisch   instabile   Stoffe,   die   sich   selbst   ohne   Beteiligung   von   Sauerstoff   (Luft)   stark exotherm zersetzen können. Stoffe gelten nicht als selbstzersetzliche Stoffe der Klasse 4.1, wenn: sie explosive Stoffe gemäß den Kriterien der Klasse 1 sind;   sie   entzündend   (oxidierend)   wirkende   Stoffe   gemäß   dem   Klassifizierungsverfahren   der   Klasse   5.1   sind   (siehe   Unterabschnitt   2.2.51.1), ausgenommen   Gemische   entzündend   (oxidierend)   wirkender   Stoffe,   die   mindestens   5 %   brennbare   organische   Stoffe   enthalten   und   die dem in Bem. 2 festgelegten Klassifizierungsverfahren zu unterziehen sind;   sie organische Peroxide gemäß den Kriterien der Klasse 5.2 sind (siehe Unterabschnitt 2.2.52.1);   ihre Zersetzungswärme geringer als 300 J/g ist oder   ihre Temperatur der selbstbeschleunigenden Zersetzung (SADT) (siehe Bem. 3) bei einem Versandstück von 50 kg höher als 75 °C ist. Bem. 1. Die Zersetzungswärme kann durch eine beliebige international anerkannte Methode bestimmt werden, z. B. der dynamischen Differenz- Kalorimetrie und der adiabatischen Kalorimetrie. 2. Gemische entzündend (oxidierend) wirkender Stoffe, die den Kriterien der Klasse 5.1 entsprechen, mindestens 5 % brennbare organische Stoffe enthalten und nicht den in Absatz a), c), d) oder e) aufgeführten Kriterien entsprechen, sind dem Klassifizierungsverfahren für selbstzersetzliche Stoffe zu unterziehen. Gemische, welche die Eigenschaften selbstzersetzlicher Stoffe der Typen B bis F aufweisen, sind als selbstzersetzliche Stoffe der Klasse 4.1 zu klassifizieren. Gemische, welche nach dem Grundsatz des Handbuchs Prüfungen und Kriterien Teil II Unterabschnitt 20.4.3 g) die Eigenschaften selbstzersetzlicher Stoffe des Typs G aufweisen, gelten für Zwecke der Klassifizierung als Stoffe der Klasse 5.1 (siehe Unterabschnitt 2.2.51.1). 3. Die Temperatur der selbstbeschleunigenden Zersetzung (SADT) ist die niedrigste Temperatur, bei der sich ein Stoff in versandmäßiger Verpackung exotherm zersetzen kann. Die notwendigen Vorschriften zur Bestimmung dieser Temperatur sind im Handbuch Prüfungen und Kriterien Teil II Kapitel 20 und Abschnitt 28.4 enthalten. 4. Stoffe, welche die Eigenschaften von selbstzersetzlichen Stoffen aufweisen, sind als solche zuzuordnen, selbst wenn diese Stoffe nach Absatz 2.2.42.1.5 ein positives Prüfergebnis für die Zuordnung zur Klasse 4.2 aufweisen. Eigenschaften Die     Zersetzung     von     selbstzersetzlichen     Stoffen     kann     durch     Wärme,     Kontakt     mit     katalytischen     Verunreinigungen     (z. B.     Säuren, Schwermetallverbindungen,   Basen),   Reibung   oder   Stoß   ausgelöst   werden.   Die   Zersetzungsgeschwindigkeit   nimmt   mit   der   Temperatur   zu   und   ist je   nach   Stoff   unterschiedlich.   Die   Zersetzung   kann,   besonders   wenn   keine   Entzündung   eintritt,   die   Entwicklung   giftiger   Gase   oder   Dämpfe   zur Folge   haben.   Bei   bestimmten   selbstzersetzlichen   Stoffen   muss   die   Temperatur   kontrolliert   werden.   Bestimmte   selbstzersetzliche   Stoffe   können sich    vor    allem    unter    Einschluss    explosionsartig    zersetzen.    Diese    Eigenschaft    kann    durch    Hinzufügen    von    Verdünnungsmitteln    oder    die Verwendung   geeigneter   Verpackungen   verändert   werden.   Bestimmte   selbstzersetzliche   Stoffe   brennen   heftig.   Selbstzersetzliche   Stoffe   sind   zum Beispiel bestimmte Verbindungen der unten angegebenen Typen: aliphatische Azoverbindungen (-C-N=N-C-); organische Azide (-C-N3); Diazoniumsalze (-CN2 +Z-); N-Nitrosoverbindungen (-N-N=O); aromatische Sulfohydrazide (-SO2-NH-NH2). Diese Aufzählung ist unvollständig, Stoffe mit anderen reaktiven Gruppen und bestimmte Stoffgemische können ähnliche Eigenschaften haben. Zuordnung Selbstzersetzliche   Stoffe   werden   auf   Grund   ihres   Gefahrengrades   in   sieben   Typen   eingeteilt.   Die   Typen   reichen   von   Typ A,   der   nicht   zur Beförderung   in   der   Verpackung,   in   der   er   geprüft   worden   ist,   zugelassen   ist,   bis   zu   Typ G,   der   nicht   den   Vorschriften   für   selbstzersetzliche   Stoffe der   Klasse   4.1   unterliegt.   Die   Zuordnung   der   selbstzersetzlichen   Stoffe   der   Typen   B   bis   F   steht   in   unmittelbarer   Beziehung   zu   der   zulässigen Höchstmenge    in    einer    Verpackung.    Die    für    die    Zuordnung    anzuwendenden    Grundsätze    sowie    die    anwendbaren    Zuordnungsverfahren, Prüfmethoden und Kriterien und ein Muster eines geeigneten Prüfberichts sind im Handbuch Prüfungen und Kriterien Teil II aufgeführt.

Desensibilisierte explosive feste Stoffe

Begriffsbestimmung desensibilisierte explosive Feststoffe Desensibilisierte   explosive   feste   Stoffe   sind   Stoffe,   die   mit   Wasser   oder   mit Alkoholen   angefeuchtet   oder   mit   anderen   Stoffen   verdünnt   sind,   um ihre explosiven Eigenschaften zu unterdrücken. In   Kapitel   3.2   Tabelle A   sind   dies   die   Eintragungen   der   UN-Nummern   1310,   1320,   1321,   1322,   1336,   1337,   1344,   1347,   1348,   1349,   1354,   1355, 1356, 1357, 1517, 1571, 2555, 2556, 2557, 2852, 2907, 3317, 3319, 3344, 3364, 3365, 3366, 3367, 3368, 3369, 3370, 3376, 3380 und 3474.

Gefahrgut-Klasse 4.2 - Selbstentzündliche Stoffe

2.2.42.1.1 Begriffsbestimmung Der Begriff der Klasse 4.2 umfasst: pyrophore   Stoffe;   dies   sind   Stoffe   einschließlich   Gemische   und   Lösungen   (flüssig   oder   fest),   die   sich   in   Berührung mit   Luft   schon   in   kleinen   Mengen   innerhalb   von   fünf   Minuten   entzünden.   Diese   Stoffe   sind   die   am   leichtesten selbstentzündlichen Stoffe der Klasse 4.2; und   selbsterhitzungsfähige   Stoffe   und   Gegenstände;   dies   sind   Stoffe   und   Gegenstände   einschließlich   Gemische   und Lösungen,   die   in   Berührung   mit   Luft   ohne   Energiezufuhr   selbsterhitzungsfähig   sind.   Diese   Stoffe   können   sich   nur in großen Mengen (mehrere Kilogramm) und nach einem längeren Zeitraum (Stunden oder Tagen) entzünden. 2.2.42.2 Nicht zur Beförderung zugelassene Stoffe Folgende Stoffe sind nicht zur Beförderung zugelassen: UN 3255 tert-BUTYLHYPOCHLORIT; selbsterhitzungsfähige feste Stoffe, entzündend (oxidierend) wirkend, die der UN- Nummer 3127 zugeordnet sind, es sei denn, sie entsprechen den Vorschriften der Klasse 1 (siehe Unterabschnitt 2.1.3.7). Der Klasse 4.2 sind zugeordnet: Diverse   Metall   Pulver,   verschiedene   tierische   bzw. pflanzliche     Fasern,     z.B.     Baumwolle,     nass.     Im einzelnen   muss   die   Zuordnung   der   Tabelle   3.2 A   des ADR entnommen werden.

Gefahrgut-Klasse 4.3 - Stoffe die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase bilden

2.2.43.1.1 Begriffsbestimmung Der   Begriff   der   Klasse   4.3   umfasst   Stoffe,   die   bei   Reaktion   mit   Wasser   entzündbare   Gase   entwickeln,   welche   mit   Luft explosionsfähige Gemische bilden können, sowie Gegenstände, die solche Stoffe enthalten. 2.2.43.2 Nicht zur Beförderung zugelassene Stoffe Mit   Wasser   reagierende   feste   Stoffe,   entzündend   (oxidierend)   wirkend,   die   der   UN-Nummer   3133   zugeordnet   sind, sind    zur    Beförderung    nicht    zugelassen,    es    sei    denn,    sie    entsprechen    den    Vorschriften    der    Klasse 1    (siehe Unterabschnitt 2.1.3.7).
nach oben nach oben nach oben nach oben nach oben nach oben nach oben nach oben nach oben nach oben Übersicht Gefahrgutklasse 4.1 Übersicht Gefahrgutklasse 4.2 Übersicht Gefahrgutklasse 4.3
Beispiele Schwefel Putzlappen, die mit brennbaren Flüssigkeiten getränkt sind Öl-, Benzin- und Dieselfilter Nitrocellulose Magnesium-, Aluminiumpulver Explosive Stoffe in nicht explosivem Zustand für den Transport (desensibilisierte explosive Stoffe)
Beispiele Phosphor pyrophore organische Stoffe Kaliumsulfid Staub (pulverförmige selbstentzündliche Metalle)
Beispiele Natrium Kalium Zinkpulver oder Zinkstaub Chlorsilane, wie Ethyldychlorsilan metallorganische Verbindungen Calciumcarbid
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Gefahrgut-Klasse 4 - Unterteilung in drei Klassen bzw. Unterklassen
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© 2003-2017 Bernd Kesten • Gefahrgutbeauftragter für Straßen- und Luftverkehre Letzte Aktualisierung: August 2017 Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI und IATA DGR sowie die nationalen Bestimmungen und Gesetze.
*Gefahrgut-Klasse 4.1 – Entzündbare feste Stoffe,      selbstzersetzliche Stoffe,    polymerisierende Stoffe    und desensibilisierte explosive    feste Stoffe    hingehen     *Gefahrgut-Klasse 4.2 – Selbstentzündliche Stoffe    hingehen *Gefahrgut-Klasse 4.3 – Stoffe, die in Berührung mit Wasser    entzündbare Gase entwickeln    hingehen * im Luftverkehr heißt es hier jeweils Unterklasse

Gefahrgut-Klasse 4.1 - Entzündbare feste Stoffe

                   

   - Selbstzersetzliche Stoffe

   - Polymerisierende Stoffe

                   

   - Desensibilisierte explosive

     feste Stoffe

2.2.41.1.1 ADR - Zugeordnete Güter Der     Begriff     der     Klasse     4.1     umfasst     entzündbare     Stoffe     und Gegenstände,   desensilibisierte   explosive   Stoffe,   die   gemäß   Absatz   a) der Begriffsbestimmungen für "fest" in Abschnitt 1.2.1 ADR feste Stoffe sind, sowie selbstzersetzliche feste oder flüssige Stoffe. Der Klasse 4.1 sind zugeordnet: leicht brennbare feste Stoffe und Gegenstände (siehe Absätze2.2.41.1.3 bis 2.2.41.1.8 ADR) selbstzersetzliche feste oder flüssige Stoffe (siehe Absätze 2.2.41.1.9 bis 2.2.41.1.17 ADR) desensibilisierte explosive feste Stoffe (siehe Absatz 2.2.41.1.18 ADR) mit selbstzersetzlichen Stoffen verwandte Stoffe (siehe Absatz 2.2.41.1.19 ADR)

Entzündbare feste Stoffe

Begriffsbestimmungen entzündbare feste Stoffe Entzündbare   feste   Stoffe   sind   leicht   brennbare   feste   Stoffe   und   feste Stoffe, die durch Reibung in Brand geraten können. Leicht   brennbare   feste   Stoffe   sind   pulverförmige,   körnige   oder   pastöse Stoffe,   die   gefährlich   sind,   wenn   sie   durch   einen   kurzen   Kontakt   mit einer   Zündquelle   wie   einem   brennenden   Zündholz   leicht   entzündet werden   können   und   sich   die   Flammen   schnell   ausbreiten.   Die   Gefahr kann     dabei     nicht     nur     vom     Feuer,     sondern     auch     von     giftigen Verbrennungsprodukten     ausgehen.     Metallpulver     sind     wegen     der Schwierigkeit   beim   Löschen   eines   Feuers   besonders   gefährlich,   da normale    Löschmittel    wie    Kohlendioxid    oder    Wasser    die    Gefahr vergrößern können.

Selbstzersetzliche Stoffe

Begriffsbestimmungen selbstzersetzliche Stoffe Für   Zwecke   des ADR   sind   selbstzersetzliche   Stoffe   thermisch   instabile Stoffe,   die   sich   selbst   ohne   Beteiligung   von   Sauerstoff   (Luft)   stark exotherm   zersetzen   können.   Stoffe   gelten   nicht   als   selbstzersetzliche Stoffe der Klasse 4.1, wenn: sie explosive Stoffe gemäß den Kriterien der Klasse 1 sind;   sie     entzündend     (oxidierend)     wirkende     Stoffe     gemäß     dem Klassifizierungsverfahren       der       Klasse       5.1       sind       (siehe Unterabschnitt   2.2.51.1),   ausgenommen   Gemische   entzündend (oxidierend)    wirkender    Stoffe,    die    mindestens    5 %    brennbare organische   Stoffe   enthalten   und   die   dem   in   Bem. 2   festgelegten Klassifizierungsverfahren zu unterziehen sind;   sie   organische   Peroxide   gemäß   den   Kriterien   der   Klasse   5.2 sind (siehe Unterabschnitt 2.2.52.1);   ihre Zersetzungswärme geringer als 300 J/g ist oder   ihre   Temperatur   der   selbstbeschleunigenden   Zersetzung   (SADT) (siehe    Bem. 3)    bei    einem    Versandstück    von    50 kg    höher    als 75 °C ist. Bem. 1. Die Zersetzungswärme kann durch eine beliebige international anerkannte Methode bestimmt werden, z. B. der dynamischen Differenz-Kalorimetrie und der adiabatischen Kalorimetrie. 2. Gemische entzündend (oxidierend) wirkender Stoffe, die den Kriterien der Klasse 5.1 entsprechen, mindestens 5 % brennbare organische Stoffe enthalten und nicht den in Absatz a), c), d) oder e) aufgeführten Kriterien entsprechen, sind dem Klassifizierungsverfahren für selbstzersetzliche Stoffe zu unterziehen. Gemische, welche die Eigenschaften selbstzersetzlicher Stoffe der Typen B bis F aufweisen, sind als selbstzersetzliche Stoffe der Klasse 4.1 zu klassifizieren. Gemische, welche nach dem Grundsatz des Handbuchs Prüfungen und Kriterien Teil II Unterabschnitt 20.4.3 g) die Eigenschaften selbstzersetzlicher Stoffe des Typs G aufweisen, gelten für Zwecke der Klassifizierung als Stoffe der Klasse 5.1 (siehe Unterabschnitt 2.2.51.1). 3. Die Temperatur der selbstbeschleunigenden Zersetzung (SADT) ist die niedrigste Temperatur, bei der sich ein Stoff in versandmäßiger Verpackung exotherm zersetzen kann. Die notwendigen Vorschriften zur Bestimmung dieser Temperatur sind im Handbuch Prüfungen und Kriterien Teil II Kapitel 20 und Abschnitt 28.4 enthalten. 4. Stoffe, welche die Eigenschaften von selbstzersetzlichen Stoffen aufweisen, sind als solche zuzuordnen, selbst wenn diese Stoffe nach Absatz 2.2.42.1.5 ein positives Prüfergebnis für die Zuordnung zur Klasse 4.2 aufweisen. Eigenschaften Die   Zersetzung   von   selbstzersetzlichen   Stoffen   kann   durch   Wärme, Kontakt       mit       katalytischen       Verunreinigungen       (z. B.       Säuren, Schwermetallverbindungen,    Basen),    Reibung    oder    Stoß    ausgelöst werden.   Die   Zersetzungsgeschwindigkeit   nimmt   mit   der   Temperatur   zu und   ist   je   nach   Stoff   unterschiedlich.   Die   Zersetzung   kann,   besonders wenn   keine   Entzündung   eintritt,   die   Entwicklung   giftiger   Gase   oder Dämpfe   zur   Folge   haben.   Bei   bestimmten   selbstzersetzlichen   Stoffen muss   die   Temperatur   kontrolliert   werden.   Bestimmte   selbstzersetzliche Stoffe     können     sich     vor     allem     unter     Einschluss     explosionsartig zersetzen.      Diese      Eigenschaft      kann      durch      Hinzufügen      von Verdünnungsmitteln   oder   die   Verwendung   geeigneter   Verpackungen verändert   werden.   Bestimmte   selbstzersetzliche   Stoffe   brennen   heftig. Selbstzersetzliche   Stoffe   sind   zum   Beispiel   bestimmte   Verbindungen der unten angegebenen Typen: aliphatische Azoverbindungen (-C-N=N-C-); organische Azide (-C-N3); Diazoniumsalze (-CN2 +Z-); N-Nitrosoverbindungen (-N-N=O); aromatische Sulfohydrazide (-SO2-NH-NH2). Diese    Aufzählung    ist    unvollständig,    Stoffe    mit    anderen    reaktiven Gruppen       und       bestimmte       Stoffgemische       können       ähnliche Eigenschaften haben. Zuordnung Selbstzersetzliche   Stoffe   werden   auf   Grund   ihres   Gefahrengrades   in sieben   Typen   eingeteilt.   Die   Typen   reichen   von   Typ A,   der   nicht   zur Beförderung    in    der    Verpackung,    in    der    er    geprüft    worden    ist, zugelassen     ist,     bis     zu     Typ G,     der     nicht     den     Vorschriften     für selbstzersetzliche   Stoffe   der   Klasse   4.1   unterliegt.   Die   Zuordnung   der selbstzersetzlichen   Stoffe   der   Typen   B   bis   F   steht   in   unmittelbarer Beziehung   zu   der   zulässigen   Höchstmenge   in   einer   Verpackung.   Die für      die      Zuordnung      anzuwendenden      Grundsätze      sowie      die anwendbaren   Zuordnungsverfahren,   Prüfmethoden   und   Kriterien   und ein   Muster   eines   geeigneten   Prüfberichts   sind   im   Handbuch   Prüfungen und Kriterien Teil II aufgeführt.

Desensibilisierte explosive feste Stoffe

Begriffsbestimmung desensibilisierte explosive Feststoffe Desensibilisierte    explosive    feste    Stoffe    sind    Stoffe,    die    mit    Wasser oder   mit   Alkoholen   angefeuchtet   oder   mit   anderen   Stoffen   verdünnt sind, um ihre explosiven Eigenschaften zu unterdrücken. In   Kapitel   3.2   Tabelle A   sind   dies   die   Eintragungen   der   UN-Nummern 1310,   1320,   1321,   1322,   1336,   1337,   1344,   1347,   1348,   1349,   1354, 1355,   1356,   1357,   1517,   1571,   2555,   2556,   2557,   2852,   2907,   3317, 3319,   3344,   3364,   3365,   3366,   3367,   3368,   3369,   3370,   3376,   3380 und 3474.

Gefahrgut-Klasse 4.2 - Selbstentzündliche Stoffe

2.2.42.1.1 Begriffsbestimmung Der Begriff der Klasse 4.2 umfasst: pyrophore    Stoffe;    dies    sind    Stoffe    einschließlich    Gemische    und Lösungen   (flüssig   oder   fest),   die   sich   in   Berührung   mit   Luft   schon   in kleinen   Mengen   innerhalb   von   fünf   Minuten   entzünden.   Diese   Stoffe sind die am leichtesten selbstentzündlichen Stoffe der Klasse 4.2; und   selbsterhitzungsfähige   Stoffe   und   Gegenstände;   dies   sind   Stoffe   und Gegenstände     einschließlich     Gemische     und     Lösungen,     die     in Berührung    mit    Luft    ohne    Energiezufuhr    selbsterhitzungsfähig    sind. Diese   Stoffe   können   sich   nur   in   großen   Mengen   (mehrere   Kilogramm) und nach einem längeren Zeitraum (Stunden oder Tagen) entzünden. 2.2.42.2 Nicht zur Beförderung zugelassene Stoffe Folgende Stoffe sind nicht zur Beförderung zugelassen: UN 3255 tert-BUTYLHYPOCHLORIT; selbsterhitzungsfähige feste Stoffe, entzündend (oxidierend) wirkend, die der UN-Nummer 3127 zugeordnet sind, es sei denn, sie entsprechen den Vorschriften der Klasse 1 (siehe Unterabschnitt 2.1.3.7). Der Klasse 4.2 sind zugeordnet: Diverse   Metall   Pulver,   verschiedene   tierische   bzw.   pflanzliche   Fasern, z.B.   Baumwolle,   nass.   Im   einzelnen   muss   die   Zuordnung   der   Tabelle 3.2 A des ADR entnommen werden.

Gefahrgut-Klasse 4.3 - Stoffe die in Berührung mit

Wasser entzündbare Gase bilden

2.2.43.1.1 Begriffsbestimmung Der   Begriff   der   Klasse   4.3   umfasst   Stoffe,   die   bei   Reaktion   mit   Wasser entzündbare    Gase    entwickeln,    welche    mit    Luft    explosionsfähige Gemische    bilden    können,    sowie    Gegenstände,    die    solche    Stoffe enthalten. 2.2.43.2 Nicht zur Beförderung zugelassene Stoffe Mit   Wasser   reagierende   feste   Stoffe,   entzündend   (oxidierend)   wirkend, die   der   UN-Nummer   3133   zugeordnet   sind,   sind   zur   Beförderung   nicht zugelassen,    es    sei    denn,    sie    entsprechen    den    Vorschriften    der Klasse 1 (siehe Unterabschnitt 2.1.3.7).
Übersicht Gefahrgutklasse 4.1 Übersicht Gefahrgutklasse 4.2 Übersicht Gefahrgutklasse 4.3
Beispiele Schwefel Putzlappen, die mit brennbaren Flüssigkeiten getränkt sind Öl-, Benzin- und Dieselfilter Nitrocellulose Magnesium-, Aluminiumpulver Explosive Stoffe in nicht explosivem Zustand für den Transport (desensibilisierte explosive Stoffe)
Beispiele Phosphor pyrophore organische Stoffe Kaliumsulfid Staub (pulverförmige selbstentzündliche Metalle)
Beispiele Natrium Kalium Zinkpulver oder Zinkstaub Chlorsilane, wie Ethyldychlorsilan metallorganische Verbindungen Calciumcarbid
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