Anwendungsbeispiel nach ADR 1.1.3.6 oder der 1000-Punkte-Regel
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Anwendungsbeispiel für die Freistellung von Mengen je Beförderungseinheit

1. Fallbeispiel Angenommen,   die   folgenden   Versandstücke   sollen   befördert   werden   (die   Details   sind   dem Teil   3   ADR,   Kapitel   2,   Tabelle   A,   Verzeichnis   der   gefährlichen   Güter   -   besser   bekannt   als STOFFLISTE     -     zu     entnehmen,     in     der     Spalte     15     finden     Sie     die     dazugehörige Beförderungskategorie: UN 1223, Kerosin, 3, III, ADR, 3 Fässer, 600 l (insgesamt) (Beförderungskategorie = 3) UN     1824,     Natriumhydroxydlösung,     8,     III,     ADR,     8     Kanister,     240     l     (insgesamt) (Beförderungskategorie = 3) UN   1710,   Trichlorethylen,   6.1,   II,   ADR,   3   Kisten,   60   l   (insgesamt)   (Beförderungskategorie = 2) Ist   die   Beförderungseinheit   (LKW)   kennzeichnungspflichtig   und   benötigt   der   Fahrer   einen gültigen ADR-Schein? Lösung: Stellen   Sie   in   der   Tabelle   A   mit   den   Angaben   der   Stoffliste   (Klasse,   Verpackungsgruppe) fest,    zu    welcher    Beförderungskategorie    das    jeweilige    Versandstück    gehört.    Danach rechnen Sie, wie folgt: UN 1223 hat in der BK 3 den Faktor 1 - also 600 x 1 =    600 Punkte UN 1824 hat in der BK 3 den Faktor 1 - also 240 x 1 =    240 Punkte UN 1710 hat in der BK 2 den Faktor 3 - also   60 x 3 =    180 Punkte       gesamt =  1020 Punkte Bei    Werten    über    1000    Punkte    ist    ein    Fahrzeug    mit    orangefarbenen,    neutralen    Warntafeln    vorne    und    hinten    zu kennzeichnen, und natürlich braucht der Fahrer dann einen gültigen ADR-Schein. Noch einmal die Erklärung der Faktoren Ausgangspunkt   ist   der   willkürlich   festgelegte   Richtwert   von   max.   1000   Punkten   für   eine   Freistellung.   In   der   rechten Spalte   der   Freistellungstabelle   sehen   Sie   die   Zahlen   0,   20,   333,   1000   und   unbegrenzt.   Dividieren   Sie   den   maximalen Richtwert   von   1000   Punkten   z.B.   durch   20,   so   erhalten   Sie   den   Wert   50   als   Faktor,   oder   der   Richtwert   1000   dividiert durch   333   ergibt   den   Faktor   3.   Diese   Faktoren   sind   mit   dem   Gewicht   in   kg   (bei   Feststoffen)   oder   dem   Volumen   in Litern   (bei   Flüssigkeiten)   der   jeweiligen   Sendungen   zu   multiplizieren,   um   den   Punktwert   zu   erhalten.   Die Addition   aller Punkte   ergibt   den   aktuellen   Wert.   Ist   dieser   größer   als   der   Richtwert   von   1000,   muß   ein   Fahrzeug   nach   ADR gekennzeichnet   werden,   und   der   Fahrer   benötigt   dann   einen   gültigen ADR-Schein.   Bei   Werten   bis   zu   bzw.   unter   dem Richtwert   können   Fahrer   ohne ADR-Schein   den   Transport   durchführen,   allerdings   müssen   sie   zumindest   nach   Kapitel 1.3 ADR sowie §§ 27 und 29 GGVSEB geschult sein ( siehe Ausbildung und Haftung ). Beim    Transport    eines    Stoffes    oder    Gegenstandes    der    Beförderungskategorie    0    ist    das    Fahrzeug    immer    zu kennzeichnen     (Transporterlaubnis     vorausgesetzt),     da     es     keine     freigestellten     Mengen     geben     kann.     In     der Beförderungskategorie   4   ist   der   Transport   in   unbegrenzter   Menge   möglich,   solange   im   Rahmen   der   Freistellungen transportiert wird. 2. Fallbeispiel Angenommen   Sie   haben   ein   Versandstück   mit   Gefahrgut   zu   befördern.   Ein   Fahrer   kommt   zu   Ihnen,   um   es   abzuholen, hat aber bereits Gefahrgut im Rahmen der Freistellungen geladen. Ihr   Versandstück   kann   dazu   führen,   dass   der   gesamte Transport   jetzt   nicht   mehr   im   Rahmen   der   freigestellten   Mengen durchgeführt   werden   kann.   Damit   ist   das   Fahrzeug   den   Vorschriften   entsprechend   zu   kennzeichnen   und   der   Fahrer muss   einen   gültigen   ADR-Schein   besitzen.   Ihnen   als   Verlader   kommen   die   vorgeschrieben   Pflichten   zu,   wie   z.B. Kontrolle   des   ADR-Scheins   des   Fahrers,   ordnungsgemäßer   Zustand   des   Fahrzeugs   etc.   Ist   etwas   nicht   in   Ordnung, dürfen   Sie   Ihr   Versandstück   nicht   mitgeben.   Tun   Sie   es   trotzdem,   können   Sie   bzw.   Ihr   Mitarbeiter   mit   einem   Bußgeld belegt     werden.     Sollte     dem     Fahrer     während     des     Transports     gar     ein     Unfall     passieren     und     sich     daraus Schadensersatzansprüche Dritter erbgeben, dürfen Sie sich in die Reihe der Zahlenden einordnen. Hier ergibt sich erneut, dass eine regelmäßige und gezielte Schulung Ihrem Schutz und dem Ihrer Mitarbeiter dient.
Copyright © 2003-2017 Bernd Kesten Gefahrgutbeauftragter für Straßen- und Luftverkehr     Letzte Aktualisierung: Januar 2017 Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI und IATA DGR sowie die nationalen Bestimmungen und Gesetze.
Copyright © 2003-2017 Bernd Kesten • Gefahrgutbeauftragter für Straßen- und Luftverkehr • Letzte Aktualisierung: Oktober 2017 Es gelten immer die jeweils gültigen Fassungen nach ADR, ICAO-TI und IATA DGR sowie die nationalen Bestimmungen und Gesetze. Impressum Datenschutz 
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Ausnahmen von Freistellungen  Es ist kein Widerspruch. Man kann natürlich nicht alle Regeln für nicht anwendbar erklären, wenn doch z.B. mindestens eine Schulung oder die Minimalausrüstung für einen LKW vorhanden sein muss. Hierzu gibt es Vorschriften, die dennoch eingehalten werden müssen. Versandstücke in dersel- ben Beförderungseinheit dürfen befördert werden, ohne dass nachfolgende Vorschriften anzuwenden sind (rot muss dennoch angewendet werden): Kapitel 1.10, ausgenommen für explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff der UN- Nummern 0029, 0030, 0059, 0065, 0073, 0104, 0237, 0255, 0267, 0288, 0289, 0290, 0360, 0361, 0364, 0365, 0366, 0439, 0440, 0441, 0455, 0456 und 0500 der Klasse 1 und ausgenommen freigestellte Versandstücke der UN- Nummern 2910 und 2911 der Klasse 7, sofern der Aktivitätswert den A2-Wert überschreitet; Kapitel 5.3; Abschnitt 5.4.3; Kapitel 7.2 mit Ausnahme der Sondervorschriften V5 und V8 des Abschnitts 7.2.4; Sondervorschrift CV1 des Abschnitts 7.5.11; Teil 8 mit Ausnahme von Unterabschnitt 8.1.2.1 a), Unterabschnitte 8.1.4.2 bis 8.1.4.5, Abschnitt 8.2.3, Abschnitte 8.3.3, 8.3.4, 8.3.5, Kapitel 8.4, Sondervorschrift S1 (3) und (6), Sondervorschrift S2 (1), Sondervorschrift S4, Sondervorschrift S5, Sondervorschriften S14 bis S21 und Sondervorschrift S24 des Kapitels 8.5;
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1. Fallbeispiel Angenommen,     die     folgenden     Versandstücke     sollen     befördert werden    (die    Details    sind    dem   Teil    3   ADR,    Kapitel    2,   Tabelle   A, Verzeichnis     der     gefährlichen     Güter     -     besser     bekannt     als STOFFLISTE    -    zu    entnehmen,    in    der    Spalte    15    finden    Sie    die dazugehörige Beförderungskategorie: UN    1223,    Kerosin,    3,    III,    ADR,    3    Fässer,    600    l    (insgesamt) (Beförderungskategorie = 3) UN   1824,   Natriumhydroxydlösung,   8,   III,   ADR,   8   Kanister,   240   l (insgesamt) (Beförderungskategorie = 3) UN   1710,   Trichlorethylen,   6.1,   II,   ADR,   3   Kisten,   60   l   (insgesamt) (Beförderungskategorie = 2) Ist    die    Beförderungseinheit    (LKW)    kennzeichnungspflichtig    und benötigt der Fahrer einen gültigen ADR-Schein? Lösung: Stellen   Sie   in   der   Tabelle   A   mit   den   Angaben   der   Stoffliste   (Klasse, Verpackungsgruppe)    fest,    zu    welcher    Beförderungskategorie    das jeweilige Versandstück gehört. Danach rechnen Sie, wie folgt: UN 1223 hat in der BK 3 den Faktor 1 - also 600 x 1 =    600 Punkte UN 1824 hat in der BK 3 den Faktor 1 - also 240 x 1 =    240 Punkte UN 1710 hat in der BK 2 den Faktor 3 - also   60 x 3 =    180 Punkte                   gesamt    =        1020 Punkte Bei   Werten   über   1000   Punkte   ist   ein   Fahrzeug   mit   orangefarbenen, neutralen    Warntafeln    vorne    und    hinten    zu    kennzeichnen,    und natürlich braucht der Fahrer dann einen gültigen ADR-Schein. Noch einmal die Erklärung der Faktoren Ausgangspunkt   ist   der   willkürlich   festgelegte   Richtwert   von   max. 1000    Punkten    für    eine    Freistellung.    In    der    rechten    Spalte    der Freistellungstabelle    sehen    Sie    die    Zahlen    0,    20,    333,    1000    und unbegrenzt.    Dividieren    Sie    den    maximalen    Richtwert    von    1000 Punkten   z.B.   durch   20,   so   erhalten   Sie   den   Wert   50   als   Faktor,   oder der   Richtwert   1000   dividiert   durch   333   ergibt   den   Faktor   3.   Diese Faktoren   sind   mit   dem   Gewicht   in   kg   (bei   Feststoffen)   oder   dem Volumen   in   Litern   (bei   Flüssigkeiten)   der   jeweiligen   Sendungen   zu multiplizieren,    um    den    Punktwert    zu    erhalten.    Die   Addition    aller Punkte   ergibt   den   aktuellen   Wert.   Ist   dieser   größer   als   der   Richtwert von   1000,   muß   ein   Fahrzeug   nach   ADR   gekennzeichnet   werden, und    der    Fahrer    benötigt    dann    einen    gültigen    ADR-Schein.    Bei Werten   bis   zu   bzw.   unter   dem   Richtwert   können   Fahrer   ohne   ADR- Schein   den   Transport   durchführen,   allerdings   müssen   sie   zumindest nach   Kapitel   1.3   ADR   sowie   §§   27   und   29   GGVSEB   geschult   sein ( siehe Ausbildung und Haftung ). Beim      Transport       eines       Stoffes       oder       Gegenstandes       der Beförderungskategorie   0   ist   das   Fahrzeug   immer   zu   kennzeichnen (Transporterlaubnis     vorausgesetzt),     da     es     keine     freigestellten Mengen    geben    kann.    In    der    Beförderungskategorie    4    ist    der Transport   in   unbegrenzter   Menge   möglich,   solange   im   Rahmen   der Freistellungen transportiert wird. 2. Fallbeispiel Angenommen    Sie    haben    ein    Versandstück    mit    Gefahrgut    zu befördern.   Ein   Fahrer   kommt   zu   Ihnen,   um   es   abzuholen,   hat   aber bereits Gefahrgut im Rahmen der Freistellungen geladen. Ihr   Versandstück   kann   dazu   führen,   dass   der   gesamte   Transport jetzt   nicht   mehr   im   Rahmen   der   freigestellten   Mengen   durchgeführt werden      kann.      Damit      ist      das      Fahrzeug      den      Vorschriften entsprechend   zu   kennzeichnen   und   der   Fahrer   muss   einen   gültigen ADR-Schein      besitzen.      Ihnen      als      Verlader      kommen      die vorgeschrieben   Pflichten   zu,   wie   z.B.   Kontrolle   des   ADR-Scheins des    Fahrers,    ordnungsgemäßer    Zustand    des    Fahrzeugs    etc.    Ist etwas   nicht   in   Ordnung,   dürfen   Sie   Ihr   Versandstück   nicht   mitgeben. Tun   Sie   es   trotzdem,   können   Sie   bzw.   Ihr   Mitarbeiter   mit   einem Bußgeld   belegt   werden.   Sollte   dem   Fahrer   während   des   Transports gar   ein   Unfall   passieren   und   sich   daraus   Schadensersatzansprüche Dritter    erbgeben,    dürfen    Sie    sich    in    die    Reihe    der    Zahlenden einordnen. Hier    ergibt    sich    erneut,    dass    eine    regelmäßige    und    gezielte Schulung Ihrem Schutz und dem Ihrer Mitarbeiter dient.
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Ausnahmen von Freistellungen  Es ist kein Widerspruch. Man kann natürlich nicht alle Regeln für nicht anwendbar erklären, wenn doch z.B. mindestens eine Schulung oder die Minimalausrüstung für einen LKW vorhanden sein muss. Hierzu gibt es Vorschriften, die dennoch eingehalten werden müssen. Versandstücken in dersel-ben Beförderungseinheit dürfen befördert werden, ohne dass nachfolgende Vorschriften anzuwenden sind (rot muss dennoch angewendet werden): Kapitel 1.10, ausgenommen für explosive Stoffe und Gegenstände mit Explosivstoff der UN-Nummern 0029, 0030, 0059, 0065, 0073, 0104, 0237, 0255, 0267, 0288, 0289, 0290, 0360, 0361, 0364, 0365, 0366, 0439, 0440, 0441, 0455, 0456 und 0500 der Klasse 1 und ausgenommen freigestellte Versandstücke der UN-Nummern 2910 und 2911 der Klasse 7, sofern der Aktivitätswert den A2-Wert überschreitet; Kapitel 5.3; Abschnitt 5.4.3; Kapitel 7.2 mit Ausnahme der Sondervorschriften V5 und V8 des Abschnitts 7.2.4; Sondervorschrift CV1 des Abschnitts 7.5.11; Teil 8 mit Ausnahme von Unterabschnitt 8.1.2.1 a), Unterabschnitte 8.1.4.2 bis 8.1.4.5, Abschnitt 8.2.3, Abschnitte 8.3.3, 8.3.4, 8.3.5, Kapitel 8.4, Sondervorschrift S1 (3) und (6), Sondervorschrift S2 (1), Sondervorschrift S4, Sondervorschrift S5, Sondervorschriften S14 bis S21 und Sondervorschrift S24 des Kapitel 8.5;
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